Verschiedenen Berichten und Quellen zufolge (unter anderem der IMF) ist Ghanas Wirtschaft 2011 prozentual schneller gewachsen als jede andere auf der Welt. Die kursierenden Angaben sind höchst unterschiedlich, schwanken jedoch zwischen 13,5 und sagenhaften 20%! Die drei Spitzenreiter sind somit laut Economy Watch:
1. Ghana – 20,146%
2. Quatar – 14,337%
3. Turkmenistan – 12,178%
Nun muss man diese Zahlen natürlich in Relation setzen. Unterentwickelte Länder haben naturgegeben ein größeres Potential für Wachstum, insofern nun ein interessanter Vergleich mit Deutschland. Wenn man von einem nominalen BIP von 37,481 Milliarden US-$ in 2010 ausgeht, dann bedeutet Ghanas Wirtschaftswachstum von 20,146%
einen realen Zuwachs von 7,5 Milliarden US-$ in 2011. Deutschlands Wirtschaft ist mit 3% in 2011 nur etwa ein Siebtel so schnell gewachsen, blickt man allerdings auf ein BIP von 3,315 Billionen US-$, dann entspricht dies einem Zuwachs von 99,5 Milliarden US-$, also etwa dreizehn mal so viel. Setzt man dies nun noch in Relation zur Eurokrise und geht davon aus, dass diese sich (hoffentlich) in den nächsten Jahren entschärfen/auflösen wird, dann merkt man, dass Ghana noch einen sehr langen Weg vor sich hat. Eine große Herausforderung wird u.a. die gerechte Verteilung des Einkommens durch die Exploration der neu entdeckten Erdölvorkommen im Golf von Guinea sein, die einen hohen Anteil an Ghanas Wachstum haben dürften.
Ghanas Wachstum lässt sich sicherlich auch im Kontext des generellen Booms in Afrika sehen. Weitere Länder, die sich unter den Top 12 einreihen dürfen sind Liberia (9,003%), Angola (8,251%), Äthiopien (7,663%) und Mozambique (7,548%). Dieses Wachstum hat sowohl Vorteile, als auch Nachteile und schlägt sich in teils grotesken Zuständen nieder: so sind die Lebenshaltungskosten für Ausländer in Angolas Hauptstadt Luanda mittlerweile höher als in jeder anderen Stadt auf der Welt (eine Monatsmiete von 5.000 US-$ für ein Zweizimmerarpartment wird als relativ moderat angesehen), New York, Monte Carlo und andere Lieblingsplätze der High Society eingeschlossen. Außerdem klafft die Einkommensschere immer weiter auseinander und die Ärmsten der Armen profitieren kaum.
Unbestrittener Fakt ist jedoch, das Afrika DER Markt der Zukunft sein wird. Wer schlau ist, wird das zu nutzen wissen.

